Masterthesis
Niko Hoeck

Erstprüfer*in:
Prof. Eike Roswag Klinge

Zweitprüfer*in:
Prof. Nanni Grau

Alle Inhalte
© Niko Hoeck

„Tous ce que nous entrenous est patrimoine.“
– Anne Lacaton & Jean-Phillippe Vassal

Das Karstadt-Sports Gebäude am Eingang zur historischen Altstadt Lübecks steht seit 2019 leer. Das Gebäude soll den Planungen eines Investors zufolge zum großen Teil abgerissen werden und zugunsten von Einzelhandel und kurzfristig vermietbaren Wohnungen neu gebaut werden. Am Beispiel dieses Gebäudes wird gezeigt, was Architekt*innen tun, wenn nicht mehr neu gebaut wird: Mithilfe von Umbaustrategien, die eine Reaktivierung aus der Logik des Bestandes her entwickeln, wird das Kaufhaus zur Stadtwerkstatt.

Das Konzept orientiert sich am mittelalterlichen Marktplatz: besonders in Lübeck bildetet er den zentralen Ort des Handels, aber auch der Begegnung und des Austauschs. Die Stadtwerkstatt verwandelt die Monofunktion des Kaufhauses in einen multifunktionalen Marktplatz für Alle. Im ehemaligen Karstadt-Sports entstehen Funktionen, die einen Teil der sozialen Infrastruktur der Stadt bilden: Stadtwohnzimmer, Wissensspeicher, Stadtwerkstatt und Wohungen. 

Die Stadtwerkstatt ist eine räumliche und programmatische Struktur, die sich in ihrer Offenheit und Robustheit an dem Lübecker Dielenhaus orientiert. Die Diele ist ein großzügiger und neutraler Raum, in dem Handel betrieben, Feste gefeiert oder Ware gelagert wurde. Noch heute bietet diese Typologie Raum für Läden, Wohnungen oder Werkstätten. Auch das ehemalige Kaufhaus kann diese Robustheit bieten, in der gesellschaftliche, räumliche und ökologische Transformationen exemplarisch erprobt werden können. 

With: Niko Hoeck