Master Entwurfsprojekt Hochbau II

26 Teilnehmer*innen
Donnerstag 10 – 18 Uhr, Freitag 11 – 18 Uhr
A202
PiV mit Claudia Wegworth
Konstruktive Vertiefung mit AUT

Urban Mining Student Award

Im Rahmen des Master Studios wird der Urban Mining Student Award unter dem Titel „Stoff.Wechsel: Hand.Werk.Stadt – Die neue Tuchfabrik“ bearbeitet.

Ausschreibung: Im Rahmen des Urban Mining Student Award 2025/26 suchen wir kreative Visionen für eine nachhaltige und zukunftsweisende Umnutzung der Tuchfabrik Hardt & Pocorny in Radevormwald – einem historischen Fabrikareal mit großem städtebaulichem Potenzial. Die diesjährige Aufgabenstellung verbindet generationenübergreifendes Wohnen, gewerbliche Nutzungen und die Integration einer Ausbildungsstelle für Handwerksberufe. Damit soll ein Ort entstehen, an dem Wohnen und Arbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft stattfinden und neue Impulse für eine Renaissance des Handwerks gesetzt werden. Ziel ist es, ein tragfähiges Nutzungskonzept zu entwickeln, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte in einem zukunftsfähigen Gesamtkonzept vereint. Gesucht werden innovative Ideen zur kreislaufgerechten Transformation und Vitalisierung des Bestands – mit Blick auf Ressourcenschonung, städtische Nachverdichtung und soziale Durchmischung.

Stoffwechsel

Annemarie Klein
Lucas Pichler
Raoul Ahluwalia
Victor Neumeister

Im Rahmen des Urban Mining Student Awards kam eine Frage immer wieder auf, mit welcher wir uns in diesem Semester beschäftigt haben. Wie wird kreislaufgerechtes Bauen zur gängigen Praxis?
Natürlich kann diese sehr komplexe Frage nicht im Rahmen dieses Projektes beantwortet werden, jedoch möchten wir sie dennoch stellen, um zu erforschen, welchen Einfluss wir als Planende haben können. Zunächst kamen wir zu dem Ergebnis, dass es an praxisbezogener Forschung mangelt. Diese findet meist isoliert in Betrieben oder im akademischen Kontext statt. Außerdem muss auf Basis dieser Forschung spezialisierte Infrastruktur geschaffen werden, welche kreislaufgerechte Prozesse fördert und etabliert. Hinzu kommt, dass ausführende Gewerke häufig nicht an der Bauforschung beteiligt sind und daher erhebliches Innovationspotenzial unausgeschöpft bleibt. Daher scheint es wichtig, dass Re-Strategien bereits Teil der Ausbildung von PlanerInnen und von HandwerkerInnen werden.
Zusammenfassend kommen wir zu folgender These:
Interdisziplinärer Austausch ist von Zentraler Bedeutung für eine kreislaufgerechtere Zukunft im Bausektor.
Reallabor des zirkulären Handwerks

wie eine Instandbesetzung als alternative Projektentwicklung funktioniert

Andrea Senn
Luisa Schumann
Marius Mühleisen
Maximilian Zalewski

Der Kontext
Die Semesteraufgabe basiert auf der Ausschreibung eines studentischen Wettbewerbs. Hierbei handelt es sich um den “Urban Mining Student Award WiSe 2025/26” mit dem Titel „Stoff.Wechsel: Hand.Werk.Stadt – Die neue Tuchfabrik“.
Da die Intentionen und baulichen Zielvorstellungen der Ausschreibenden nur teilweise mit unserer eigenen inhaltlichen Ansätzen übereinstimmen, wurde sich bewusst von den formalen Rahmenbedingungen und Teilnahmevorgaben des Wettbewerbs gelöst.

Unser Statement
„In einer profitorientierten Projektentwicklung fühle ich mich als planende Person instrumentalisiert und gleichzeitig mitschuldig an wachsender Ungleichheit und Konzentration von Besitz. Festgefahrene Strukturen durch Konkurrenz-Denken im Wettbewerb und klassische Rollenverteilung in Leistungsphasen 1-9 lassen wenig Spielraum für Veränderung und kollektives Umdenken. Als bald abschließende Architektin kann ich mich glücklich schätzen nach 6 Monaten und 30 Bewerbungen einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu ergattern um endlich in den hierarchischen Strukturen ein effizienzgetriebenes Projekt mitzuentwickeln.
Werk in Progress

Chantal Rohde
Janine Seiffert
Juliane Alber
Reuse Tuchfabric

Ilayda Gündogdu
Naim Can Akar
Satuk Bugra Sari
Takuma Saito
PlantCraft

Campus für Handwerk, Forschung und Wissensvermittlung

Antonia Walz
Johanna Menne
Justus Dunkel
Olga Luise Warning

Die heutige Landwirtschaft steht vor grundlegenden Herausforderungen: Kli-mawandel, Flächenknappheit, Biodiversitätsverlust und globale Lieferketten gefährden die langfristige Versorgung mit Lebensmitteln. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Ressourceneffizienz, Transparenz und regionale Wertschöpfung. Diese Entwicklungen machen eine umfassende Agrarwende erforderlich, die Produktion, Forschung, Verarbeitung und Konsum neu zusammendenkt.
Der geplante Farming Campus reagiert auf diese Herausforderungen, indem er nachhaltige Anbaumethoden, wissenschaftliche Forschung, Bildung und öffentliche Vermittlung räumlich und funktional zusammenführt. Als experimenteller und zugleich praxisnaher Ort ermöglicht der Campus die Entwicklung, Erprobung und Vermittlung zukunftsfähiger Ernäh-rungssysteme und Anbaumethoden.
Ergänzt wird der Farming Campus durch einen Handwerkscampus, der sich auf die Erprobung nachhaltiger, pflanzenfaser-basierter Materialien konzentriert. Hier werden Anbauprodukte wie Hanf, Flachs oder Brennnessel in handwerklichen und experimentellen Prozessen weiterver-arbeitet. Der Handwerkscampus verbindet traditionelles Handwerk mit aktueller Forschung und schafft einen Raum für Materialentwicklung, Prototyping und Wissenstransfer. Auf diese Weise erweitert er den Campus um eine materielle Dimension der Agrarwende und macht nachhaltige Wertschöpfung über den Le-bensmittelsektor hinaus erfahrbar.
ÜBUNGS.BAU.STOFFE

Ausbildungscampus Dahlhausen

Mathilda Niebel
Sophie Rost
Victoria Preis
Alisya Adamian

Im Rahmen des Urban Mining Student Award 2025/26 werden kreative Visionen für eine nachhaltige und zukunftsweisende Transformation der Tuchfabrik Hardt & Pocorny in Radevormwald – einem historischen Fabrikareal mit großem städtebaulichen Potenzial gesucht.
Die diesjährige Aufgabenstellung verbindet: generationenübergreifendes Wohnen | gewerbliche Nutzungen | Integration einer Ausbildungsstelle für Handwerksberufe
Damit soll ein Ort entstehen, an dem Wohnen und Arbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft stattfinden kann und neue Impulse für eine Renaissance des Handwerks gesetzt werden.
Zentral ist die Frage: Wie lässt sich ein lebendiges Quartier schaffen, das Nachbarschaft und Austausch fördert, handwerkliche Ausbildungsstätten sinnvoll in den Alltag integriert und all dies mit einem bewussten und ressourcenschonenden Umgang von Material, Raum und Geschichte im Sinne des Urban Mining verbindet?
Gleis.Wechsel

Ayman El-Sakrane
Baldur Jona Baarmann
Emilio Lara Kleinwort
Jan Tietz
Jonathan Stumme

Die ehemalige Tuchfabrik „Hardt & Pocorny“ in Radevormwald befindet sich seit Jahren im Dornröschenschlaf. Ziel des Entwurfs ist es, das historische Industrieareal im Sinne des Adaptive Reuse zu reaktivieren und in ein zeitgemäßes, gemischt genutztes Quartier zu transformieren. Entstehen soll ein lebendiger Ort, an dem Wohnen und Arbeiten eng miteinander verzahnt sind und kurze Wege einen schnellen Austausch zwischen den Nutzungen ermöglichen. Das räumliche Konzept basiert auf einer durchlässigen, vernetzten Struktur, die Kommunikation fördert und Synergien erzeugt. Ein zentraler konzeptioneller Baustein ist die Umnutzung der stillgelegten Bahntrasse zwischen dem Fabrikareal und Wuppertal: Der Rückbau der Gleisanlagen ermöglicht die Entwicklung eines überregionalen Radwegs, der das Quartier infrastrukturell anbindet und neue Aufenthaltsqualitäten schafft. Die gewonnenen Gleise werden als konstruktives und identitätsstiftendes Element weiterverwendet. In Form von Stegen und Brücken durchziehen sie das Areal, verknüpfen unterschiedliche Höhenniveaus und brechen die industrielle Struktur des Bestands auf. Darüber hinaus dienen sie der konstruktiven Ertüchtigung bestehender, teilweise maroder Gebäudestrukturen und werden als additiver Tragwerksbaustein in den Bestand integriert. So entsteht ein ressourcenschonender Umgang mit dem Vorhandenen, bei dem strukturelle Eingriffe nachvollziehbar bleiben. Die neue Wegeführung dockt an bestehende Treppenhäuser und Aufzüge an und ergänzt diese, um eine vertikale Vernetzung sowie eine barrierefreie Durchwegung des Quartiers sicherzustellen. Die ausgeprägte Topografie des Geländes wird dabei nicht als Hindernis verstanden, sondern als räumliches Potenzial genutzt und durch die neue Struktur erlebbar gemacht.
Die neue Tuchfabrik

Ana Rovedder
Saliha Yagmur Ünal
Saraswati Puspito Nugroho

With: Nina Pawlicki, Eike Roswag-Klinge, Sebastian Reitemeyer