Masterthesis – Wintersemester 2025/2026
Joshua Henn
Malte Peters
Erstprüfer*in:
Prof. Eike Roswag Klinge
Zweitprüfer*in:
Prof. Silvan Linden
Alle Inhalte
© Joshua Henn, Malte Peters
„Streit um Emmi“ befasst sich mit der Transformation urbaner Friedhofsüberhangflächen am Beispiel des Emmauswaldes in Berlin-Neukölln. Berlins Friedhöfe befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel und gewinnen als innerstädtische, grüne Freiräume zunehmend an Bedeutung. In einer wachsenden Stadt, deren Flächen unter massivem Nutzungsdruck stehen, öffnen diese Orte ein „Fenster der Möglichkeit“ für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. In Neukölln, zwischen dem S-Bahn-Ring und der Autobahn A100, treffen in einem Gebiet mit fünffacher Umweltbelastung die Profitinteressen privater Investoren auf das Interesse der Anwohnenden, die „grüne Lunge“ zu bewahren.
Unsere Arbeit begreift Architektur nicht als technokratischen Solutionismus, sondern als politische Praxis. Kern des Entwurfs ist das E.M.M.I.-Zentrum, ein am Gemeinwohl orientiertes Betriebssystem, das den Wald als Naturerfahrungsraum (NER) dauerhaft schützt und durch schrittweise Aneignung für den Kiez öffnet. Das Raumprogramm umfasst eine Gärtnerei und Försterei, die als soziale Ankerpunkte und Lernorte für ökologische Arbeitsprozesse fungieren. Die Konstruktion folgt den Prinzipien des einfachen Bauens und der konsequenten Materialreduktion. Ein prägendes statisches Element ist hier die massive „Obstwand” aus Wellerlehm, die als lärmschützender Rücken dient. Die modular im Holzraster errichteten Gebäude lagern minimalinvasiv auf Granitblöcken, um eine vollständige Reversibilität zu ermöglichen.
Die Arbeit möchte eine Vision für die Postwachstumsstadt formulieren, in der der ökosoziale Wert urbanen Grüns über der Rendite steht. Sie ist ein Plädoyer für eine Stadtentwicklung, die durch konsequente Innenentwicklung im Bestand neuen Wohnraum schafft, um lebensnotwendige (grüne) Freiräume dauerhaft vor Spekulation zu bewahren.


















