Anmeldung: ab Mitte April
Teilnahme: kostenlos
Veranstaltungssprache: deutsch
Ziel dieses Fachsymposiums ist die gemeinsame Betrachtung der spezifischen Herausforderungen des alten Mathemathikgebäudes der TU Berlin. Auf Grundlage aktueller Forschungs- und Praxisansätze sollen Strategien für eine suffiziente, nachhaltige und sozial gerechte Transformation des Mathegebäudes diskutiert, von erfolgreichen Ansätzen der Campusentwicklung gelernt und Visionen und Forderungen für den ressourcengerechten Erhalt unserer gebauten Umwelt innerhalb der planetaren Grenzen formuliert werden. Abschließend diskutieren wir unsere Forderungen mit politischen Vertreter:innen. Kommt vorbei!
Hochschulbauten, Forschungsinfrastrukturen und Institutsgebäude in Deutschland leiden seit Jahrzehnten unter einem erheblichen Wartungs- und Instandhaltungsstau. Die Folgen sind schlechte bauliche Zustände, hohe Energieverbräuche und steigende Betriebskosten. Gleichzeitig handelt es sich bei diesen Gebäuden häufig um besonders erhaltenswerte Bausubstanz, da sie das Erscheinungsbild und das räumliche Gefüge universitärer Gebäudeensembles und Quartiere prägen und einen wichtigen Bestandteil unserer Bau- und Stadtkultur darstellen. Vor diesem Hintergrund wurde das in den 1980er Jahren nach dem Vorbild ökologischer Glashausarchitektur errichtete und heute stark sanierungsbedürftige Mathematikgebäude der TU Berlin im Oktober 2025 zum Reallabor „Transfor:Mathe“. Das Reallabor wird vom Fachgebiet Natural Building Lab der TU Berlin organisiert und versteht das Gebäude als Experimentier- und Lernraum an der Schnittstelle von Lehre, Forschung und Praxis. Ziel des Reallabors ist es, die ressourcengerechte Transformation von Wissenschaftsbauten exemplarisch am Mathematikgebäude zu untersuchen und durch innovative Ansätze zu beschleunigen. Langfristige Konzepte für suffiziente Nutzung, minimalinvasive Low-Tech-Maßnahmen, den kreislaufgerechten Einsatz von Naturbaustoffen sowie geeignete Betriebs- und Managementmodelle für den Erhalt von Bestandsbauten sollen entwickelt werden. Das Fachsymposium bildet dabei als Austausch- und Diskussionsformat den zentralen Baustein in der Initialphase des Reallabors
Durch das Fachsymposium entsteht ein transdisziplinärer Wissenstransfer zu den aktuellen Forschungsfeldern der Campusentwicklung im deutschsprachigen Raum und ein wichtiger Beitrag zu den aktuellen Diskursen in der Forschung. Darüber hinaus fördert das Symposium die Netzwerkbildung innerhalb der TU Berlin, zwischen Fachgebieten, Studierenden, Stabsstellen und der Bauabteilung, sowie über die Universität hinaus auf nationaler und internationaler Ebene. Die im Symposium entwickelten Fragestellungen werden in neu entstehenden Netzwerken weiterverfolgt und bilden die Grundlage für zukünftige Verbund- und Forschungsprojekte.
ABLAUF
09.00 – 09.30 Uhr Ankommen
09.30 – 10.00 Uhr Begrüßung, Vorstellung, Einführung
10.00 – 11.15 Uhr Block A: Suffiziente Nutzungskonzepte
Ziel: Bedarfe, Nutzungsanforderungen und Organisationsstrukturen hinterfragen. Das Mathegebäude im Hinblick auf Suffizienz ansehen und Erkenntnisse darüber teilen, wie Entscheidungslogiken, Beteiligung und Flächenpolitik suffiziente Nutzung ermöglichen oder verhindern.
11.15 – 11.30 Uhr Kaffeepause
11:30 – 12:45 Uhr Block B: Minimalinvasive Sanierungsstrategien von Glas-und Vorhangfassaden
Ziel: Die baulichen Herausforderungen der Gebäudehülle des Mathegebäudes sichtbar machen und Strategien für einen nachhaltigen, minimalinvasiven Umgang mit schadstoffbelastetem und sanierungsbedürftigem Bestand diskutieren.
12:45 – 13:45 Uhr Mittagspause
13:45 – 15.00 Uhr Block C: Low Tech Konzepte im Gebäudebetrieb
Ziel: Modelle für einen nutzerzentrierten, ressourcenschonenden Gebäudebetrieb diskutieren und verstehen, wie Low-Tech-Konzepte institutionell und organisatorisch funktionieren können.
15.00 – 15.15 Uhr Kaffeepause
15.15 – 16.30 Uhr Block D: Erhalt als progressive Baukultur
Ziel: Denkmalpflege als Ressourcenschutz weiterentwickeln und nachhaltigen Denkmalschutz diskutieren, Transfer historischer Konzepte für LowTech-Architektur und Ressourcenschutz.
16:30 – 17:00 Uhr Kaffeepause
17:00 – 18.30 Uhr Ausblick, Forderungen an Politik und Abschlussdiskussion
Ziel: Erkenntnisse aus den Themenblöcken zusammenführen, gemeinsame Forderungen für den Umgang mit dem Mathegebäude und vergleichbaren Wissenschaftsbauten formulieren und daraus konkrete Handlungsbedarfe für Politik und Hochschulleitung ableiten.