Master Entwurf  Hochbau I  20 Teilnehmer:innen

PiV mit David Bauer (Habitat Unit)

Kooperation mit Bauhaus Erde 

ab 20.10. donnerstags + freitags, 10-18 Uhr im Rechenzentrum Potsdam Open Studio: 12.10., 12 Uhr, A206

Anmeldung per ISIS (Wir haben keinen Einfluss auf die Platzvergabe.)

Photo: © Angelika Drescher

Zwischen historischer Rekonstruktion barocker Fassaden und vom Abriss bedrohter DDR-Nachkriegsmoderne-Bauten plant die non-profit Organisation Bauhaus Erde ein “Epizentrum Bauwende” als ihren zukünftigen Standort in Potsdam und als öffentlichen Ort der Debatte um nachhaltiges Bauens im globalen Kontext. Ausgangspunkt der Entwurfsaufgabe bildet das reale Bauvorhaben von Bauhaus Erde im historischen Zentrum Potsdams – in einer Baulücke mit Bestandsfundamenten, die an einen Gebäudekomplex der Waisenhaus-Stiftung anschließt.

Ist das Errichten eines Neubaus an dieser Stelle aus ökologischen und ökonomischen Gründen überhaupt sinnvoll? Wie ließe sich ein Neubau rechtfertigen und mit der Einhaltung ökologischer Belastungsgrenzen in Einklang bringen? Wie muss die Nutzung des Gebäudes, die Konstruktion und Materialwahl sowie der Bauprozess geplant werden, um die Kriterien einer gebauten Umwelt innerhalb planetarer Grenzen zu erfüllen? Ausgehend von der These, dass wir an Standorten wie Potsdam aufgrund ausreichend vorhandener nutzbarer Bestandsgebäude, Bausubstanz und -materialien nur noch aus gut argumentierten Gründen gebaut werden sollte, hinterfragt das Masterstudio Epi:zentrum Bauwende die konventionelle Herangehensweise an Neubauvorhaben. Stattdessen soll ein Abgleich zwischen Zielsetzung und vorhandenen Ressourcen stattfinden: Welche Akteur:innen und Raumressourcen gibt es bereits aktuell in Potsdam und wie kann ein gemeinwohlorientiertes Raumprogramm im Sinne eines gesellschaftlichen Mehrwerts für die Stadt Potsdam aussehen? Wie lassen sich die aktuellen Debatten um Rekonstruktion und Fassaden in Potsdam neu interpretieren und auf den Holzbau und die gestalterischen Potentiale von schnell nachwachsenden Rohstoffen übertragen? Wie lassen sich die komplexen globale Zusammenhänge zwischen Bausektor, Ökosystemen, Artenvielfalt und Biodiversität mit der Zielsetzung einer sozial und klimagerechten gebauten Umwelt zusammendenken und anhand eines situativen und experimentellen (Bau-)Projekts am regionalen Standort Potsdam erproben?

Zu diesen und vielen weiteren Fragestellungen unserer von systemischen Krisen geprägten Zeit entwickeln die Studierenden des Masterstudios in Gruppenarbeit eine ganzheitliche und kohärente Argumentationslinie und übersetzen diese in unterschiedliche freie architektonische Vorschläge. Sie werden aktive Akteur:innen des Netzwerks vor Ort und tragen mit ihren Visionen vom “Epizentrum Bauwende” aktiv zur aktuellen Debatte bei. Am Ende des Semesters wird es eine Ausstellung in Potsdam geben.

With: Kim Gundlach, Matthew Crabbe, Eike Roswag-Klinge, Selina Schlez