Im Rahmen der Ex_kurs Summerschool zoomte, baute und radelte ein transdisziplinäres Team aus Studierenden, Lehrenden und lokalen Expert*innen durch Hamburg Wilhelmsburg auf der Suche nach der Vision für das Fahrradhaus der Zukunft.

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© Matthew Crabbe, Sina Jansen, Martha Starke

Vom 17. bis 30. August 2020 drehte sich alles ums Rad – analog und digital: In einem virtuellen Denklabor wurden eine Woche lang Vorschläge entwickelt, welche in der zweiten Woche in einem experimentellen Prototypen 1:1 erprobt wurden. In fünf Gruppen traten Studierende der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), der HafenCity Universität Hamburg (HCU), der Technischen Universität Hamburg Harburg (TUHH), des »Natural Building Lab« der Technischen Universität Berlin (TUB), des Mobilitätslabors und lokale Expert*innen des Alltags miteinander in Aktion, um eine zukunftsweisende Radabstellmöglichkeit für die Stadt Hamburg zu konzipieren und in wenigen Tagen zum baufertigen Prototypen zu entwickeln. Zwischen virtuellen, kulinarischen Experimenten und intensiven Inputs wurden fünf Entwürfe digital finalisiert, die eine gemeinsame Vision verkörpern:

Die Zukunft gehört den Fahrrädern und die Stadt, denen die darin wohnen! Die Radhäuser der Zukunft sind Treffpunkte, Stadtverschönerer und grüne Oasen. Neben Lastend und E-Bike erobern hier auch Fußgänger*innen und Anwohner*innen die Straße zurück! Kollektiv wurde aus den Ideen und Konzepten ein Plan für die Prototypen entworfen. Auf 10 Metern Parkstreifen sollen unterschiedliche Radhäuser bis Ende Oktober getestet und diskutiert werden.

Grundlage für die Gestaltung sind zwei Konzepte. Die Dreiecksbox schafft unten sicheren Radabstellraum für jedes Fahrrad und bietet oben kostenlose Fahrradständer, Sitzelemente oder urbanes Grün. Der Radpark ist ein modulares System aus zwei unterschiedlichen großen Boxen, welche in jede Parklücke arrangiert und gestapelt werden können. Durch einen Katalog an Add-ons, die sich dem Straßenraum anpassen, wird der Parkplatz zum Ort des Gemeinschaffens.

Ort für die Realisierung waren die Zinnwerke in Hamburg/Wilhelmsburg. In der zweiten Woche wurde hier diskutiert, geflext und gestaltet. Beim Bau des Radhauses geht es nicht nur um nachhaltige Mobilität, sondern auch um nachhaltige Materialien. Die einzelnen Teile eines Hochregallagers und geerntete Materialien anderer Baustellen wurden in insgesamt drei Dreiecksboxen und zwei Radparks verbaut.

Als Unterstützung im Bauprozess und gegen Radlosigkeit in urbanen Räumen formierte sich als Software zur Hardware: Das Ortnungsamt. Durch sichtbaren, rosaroten Fahrradaktivismus mit Umweltplaketten Stufe 7 und Warnwesten rollten alle Vertreter*innen des Ex_kurs auch auf der Critical Mass Hamburg mit. Hier wurden die Fragen nach zukünftigen Radhausvisionen und konkreten Betreiber*innensystemen diskutiert.

Wer sind die neuen Nutzer*innen? Wer kann Mitgestalten? Und wie finden die neuen Ideen Einzug in Hamburgs Straßenbild?

Vom 17. Bis 30. August 2020 drehte sich alles rund ums Rad. Im Rahmen der Summer School ex_kurs wurden die Wilhelmsburger Zinnwerke zum Reallabor für urbane Fahrradabstellmöglichkeiten.

Kamera und Schnitt: Adrian Marszewski
With: Leon Klaßen, Maire Cordts, Matthew Crabbe, Max Pfeffer, Saima Selina Schlez, Sina Jansen